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ökosoziale Partei - rjmaris - 13.09.2015 23:27

Aus gegebenem Anlass war ich auf eine Wikipedia-Seite zum Thema ökosoziale Marktwirtschaft.

Ein aktuelles Thema. Tatsächlich wird dort sogar die ÖDP benannt (als einzige Partei). Ich vermute, dass der betreffende Abschnitt ziemlich lange existiert, denn die Partei wird dort noch als ödp angegeben:

Zitat:Die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp), 1982 als Bundespartei gegründet, hat unter ihrem Vorsitzenden Herbert Gruhl diese Ideen als erste deutsche Partei aufgegriffen.


Wir hatten hier unlängst mal (wieder) eine Namensdiskussion. "ödp ist öde". Oder ähnlich. Nun, wenn die Partei in ökosoziale Partei umbenannt wird, gibt es dieses spezifische Problem nicht mehr Wink.

Aber Spaß beiseite: Nach wie vor ist die ödp die einzige Partei, die man mit Recht als ökosozial bezeichnen könnte. Es sollte irgendwie deutlicher im Fokus gerückt werden. Denn da kann die ödp glaubwürdig sein. Ähnlich wie etwa der amerikanische Kandidat der Demokraten, Bernie Sanders, der seit vielen Jahren "sozialistische" Positionen vertritt, und gerade aufgrund dieser konsistenten Vergangenheit als glaubwürdig angesehen wird.


RE: ökosoziale Partei - ArnoNRW - 14.09.2015 05:17

Die ÖDP als ökosoziale Partei? Allein schon aus wahltaktischen Gründen lehne ich dies ab- (dies sollte übrigens auch schon mal  ein Aspekt sein, nicht nur immer "Überzeugungen"). Dann unterscheiden wir uns ja noch weniger von den Grünen. Dies ist übrigens auch ein Grund, weshalb ich sehr kritisch die Diskussion um das Grundeinkommen sehe. Gerade der Landesverband NRW vertritt in den letzten Jahren immer mehr Positionen, die sich kaum von den Grünen unterscheiden (linksliberales Geschwätze)- das hat uns auch schon Mitgliederverluste eingebracht.
Leider hat die letzte Landesvorstandswahl diesen Trend noch verstärkt. Ein Parteikollege, der sich nicht scheute, seine Position als konservativ zu bezeichnen, ist leider aus beruflichen Gründen kurzfristig von seiner Kandidatur als LaVo zurückgetreten. Statt dessen wurde Benjamin Jäger zum Landesvorsitzenden gewählt, gegen den ich zwar als Person nichts einzuwenden habe, der aber nicht gerade konservative Positionen vertritt. Ich hoffe ja auf einen Wandel bei den nächsten Landesvorstandswahlen 2016- nur sehe ich weit und breit keine Person, die hier Wandel schaffen könnte.


RE: ökosoziale Partei - rjmaris - 14.09.2015 09:27

Wieso würden wir uns weniger von den Grünen unterscheiden, wenn wir ökosozial sind? Wichtig ist es, klar zu betonen, dass wir uns vom Wachstum verabschieden wollen. So weit sind die Grünen gar nicht. "Green new deal". Na ja.

Und: bei ökosozial muss man das nicht bloß mit dem adjektiv "sozial" sehen, sondern: soziale Marktwirtschaft. Und dass ist die Errungenschaft, die die Bundesrepublik in den dreißig Jahren nach dem Krieg doch hatte, und so benannte?

Da müssen wir eh unbedingt wieder hin, oder?

Eine andere Diskussion ist es, ob die ÖDP konservative Positionen vertritt. Ich meine damit wertkonservative Positionen. Ich sehe die ÖDP immer noch wirtschaftspolitisch links, und wertmäßig tendenziell "rechts". Meinst du mit "linksliberal" Wertaspekte oder wirtschafspolitische Aspekte?

Es wäre gut, Arno, wenn du das auch verdeutlichst, wo du deine Probleme mit "Parteifunktionäre" oder Kandidaten hast. Wobei ich das ohne Personennennung machen würde. Es reicht doch, die "gesehene" Differenzpunkte zu benennen.


RE: ökosoziale Partei - ArnoNRW - 14.09.2015 11:28

Gegen eine wirklich soziale Marktwirtschaft habe ich bestimmt nichts. Im Sinne von Norbert Blüm, dass sich Arbeit wieder lohnen muss.
Was ich befürchte: Das uns die Wähler aufgrund solcher Forderungen wie Grundeinkommen, Stellungnahme zur Zuwanderung u.ä. ins linke Lager einsortieren- automatisch gilt ja bei Otto Normalverbraucher sowieso schon alles was "öko" ist als links und wir haben es in diesem Punkt schon von Natur aus schwer genug.

Wenn man da nicht klarmacht, dass die ÖDP in vielen Punkten konservative Ansichten vertritt, dann werden wir zwar sowieso von typischen Grünenwählern nicht  gewählt, aber auch konservative Wähler mit Interessen an grünen Themen wählen uns nicht, sondern orten uns einem linken Spektrum zu.
Es ist ja kein Zufall, dass ehemalige ÖDP Mitglieder auch z.B. zur AFD gegangen sind. Das hat doch seine Gründe!


RE: ökosoziale Partei - rjmaris - 14.09.2015 11:47

Zu Blüm: prima Kerl (und das meine ich im Ernst). Der hat ja gesagt, dass die Renten "sicher sind". Recht hat er, denn die neuerungen mit Kapitaldeckung erweisen sich als Fiasko. Nebenbei finde ich gerade, dass er jüngst ein kapitalismuskritisches Buch herausgebracht hat. Leseprobe: http://www.randomhouse.de/leseprobe/Ehrliche-Arbeit-Ein-Angriff-auf-den-Finanzkapitalismus-und-seine-Raffgier/leseprobe_9783442157365.pdf

Zitat:Es geht aber um die Rehabilitation der realen Arbeit, nicht um die Rendite von Geldanlagen. Mit Arbeit muss das Geld verdient werden, nicht mit Geld. Geld »arbeitet« nicht. Anstrengung muss sich lohnen. Das gilt für die Arbeit der fleißigen Arbeiter wie für die Arbeit der anständigen Unternehmer.

Nun zurück zum Thema. Die Einordnung der Partei. Ich kenne in meinem Umfeld mehrere Menschen, die der ÖDP sympatisch zugeneigt sind, eben, weil sie grün, ja eigentlich konsequenter grün sind, und AUCH! - weil sie wertkonservativ sind. Es sind Leute, junge Familien, die ich im kirchengemeindlichen Umfeld kenne. Es ist auch ein Paar dabei, das sagt: Bayernlastig? Nee, lieber nicht. Aber ansonsten wären die auch dabei.

Ich glaube überhaupt nicht, dass es ein ernstes Problem ist, dass Wertkonservative einer "linken" Ökopartei nicht finden würden, weil - wenn die ÖDP denn einmal im Blickfeld ist - man doch relativ einfach die wertkonservative Positionen herauslesen können muss. Oder?
Wenn das Schlagwort "links" ein Problem ist, liegt das nur an alten, eindimensionale Vorstellungen von "links" (im Gegensatz zu zwei dimensionen staatspolitisch und wertmäßig). Und Grundeinkommen hat nur mit dem staatspolitischen "links" zu tun. Nun, das ist doch Okay? Bei dieser Dimension ist die ÖDP eh links.

Dass ehemalige ÖDPler zur AfD rübergegangen sind, hat nichts mit Mangel an Wertkonservatismus (ich sage lieber: werte-orientiert) zu tun, sondern mit dem Heimweh nach der DM, weil man meint, dass im Euro alles teurer geworden sei.


RE: ökosoziale Partei - Jürgen Koll - 14.09.2015 12:59

Ich stimme allen zu. Im wirtschaftspolitischen Bereich ist die ÖDP sicher "links", wenn man unter links "sozial" versteht. Ansonsten sehe ich die ÖDP im Kern nicht als links, sondern in der Tat (noch) als wertkonservativ an. Dazu zählen z.B. die Positionen zur Legalisierung "weicher" Drogen, Abtreibung, z.T. auch Bildung. Ich teile aber auch Arnos Kritik. Wobei die ÖDP auch nie eine klassisch konservative Partei war. Wenn konservative Positionen in den Hintergrund rücken, liegt das auch an den Personen in den verantwortlichen Positionen. Wenn man dies bemängelt, kann man sich zurückziehen oder für eine Änderung werben bzw. selbst kandidieren. Viele ziehen sich leider zurück. Das Grundeinkommen sehe ich als eine gute Idee an und es ist durchaus kombinierbar mit konservativen Positionen. Ich habe jetzt nur die Kurzversion des Vortrags von Kurt Rieder gehört. Er hat einige bedenkenswerte Aspekte gebracht. Leider konnte aufgrund der Zeit nicht mehr diskutiert werden. Ich habe an der ein oder anderen Stelle schon noch meine Bedenken. Auf der anderen Seite ist sein Grundeinkommen nicht völlig bedingungslos, was ich gut finde. Es ist auf jeden Fall diskussionswürdig.

Der letzte LPT in Aachen hat auch gezeigt, dass es noch einige Mitglieder mit konservativen Positionen gibt und zumindest wurde fair diskutiert. Das kann ich mir bei den Grünen nicht vorstellen.

Eine Änderung in Ökosoziale Partei würde es aber sicher nicht "bringen". Wenn der Name schon geändert werden sollte, dann müsste es ein "Knaller" sein.


RE: ökosoziale Partei - rjmaris - 14.09.2015 20:59

Jürgen, was Personen betrifft, die im Prinzip als Parteifunktionär kandidieren könnten gebe ich dir recht: eine gewisse Auswahl an "Farbtönen" wäre besser, dann können Gremien wie Delegiertenversammlungen eine Wahl treffen, die einen besseren "Schnitt" mit dem Parteiprogamm als Ganzes repräsentieren.

Was den Parteinamen betrifft: Einerseits ist was dran, dass der Name ein "knaller" sein sollte; andererseits aber überlege ich, was Arno ja meint: dass eine ökosoziale Partei auf dem ersten Blick als "komplett" links etikettiert wird. Es genügt eben nicht, dass man bei näherer Befassung (z.B. auf der Webseite) sieht, dass die Partei wertorientiert ist. Das muss direkt aus dem Namen hervorgehen. Pling! "Hey - interessante Kombination".

Wenn ich mir überlege, dass "demokratisch" gestrichen werden kann - ist eine Selbstverständlichkeit und somit überflüssig -, dann eröffnen sich Perspektiven. So mal einige Ideen, wobei ich bewusst ein Ö in einer Abkürzung weder am Anfang noch am Ende sehe; dann ist eine Assoziierung mit Österreich eher nicht gegeben.

1. Partei für Werte und ökosoziale Marktwirtschaft - PWöM
2. (Partei für )Werte und ökosoziale Politik - (P)WöP
3. wertorientierte und ökosoziale Politik - wöP/WÖP
4. Partei für ökosoziale Wirtschaft und gelebte Werte PösW2
5. Bürgerliche ökosoziale Partei - BöP/BÖP/BösP
6. Bürgerliche ökosoziale Marktwirtschaftspartei - BÖM(P)
7. Werte- und ökosoziale Wirtschaftspartei - WöWp
8. Klientelpartei der ökosozial-bürgerlichen - Klöb (willkommen im Klöb)
...

#8 ist natürlich ein Witz, aber das muss auch sein Wink.
Auf dem Stimmzettel steht die Abkürzung natürlich vorne, aber es ist zumindest aus dem Namen alleine schon klar, in welche Richtung die Partei "denkt".