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"schwarzer Montag" - PM zu Griechenland - Druckversion

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"schwarzer Montag" - PM zu Griechenland - rjmaris - 20.07.2015 21:52

Am 15.7. war eine weitere PM zu Griechenland zu lesen. Erfreulich, dass der Bundesvorstand sich des Themas ernsthaft annimmt: https://www.oedp.de/aktuelles/pressemitteilungen/newsdetails/news/europas-schwarzer-montag-fuer-griechenland/

Kurz davor schrieb Barry Eichengreen, bekannter Ökonom und Wirtschaftshistoriker, passende Sätze dazu. Ich übersetze aus seinem Beitrag auf projectsyndicate einige Sätze ins Deutsche:

Zitat:Wolfgang Schäubles Idee eines vorübergehenden Grexits ist aberwitzig. Wenn man die kollabierende Wirtschaft, und die wachsende humanitäre Not betrachtet, wird die Regierung beim Nicht-Zustandekommen eines neuen Hilfsprogrammes gezwungen sein, Geld zu drucken, damit eine Grundabsicherung für viele sichergestellt werden kann. Es ist nicht vorstellbar, dass ein Land in eine solche verfahrene Lage die Bedingungen für den späteren Wiederbeitritt - Inflation weniger 2%, und stabiler Wechselkurs für 2 Jahre - bis zum Ende dieser Dekade erreichen könnte.

Zum Ende der Grexit-Diskussion schreibt Eichengreen:
Zitat:Aber diese Türe (andernorts Folterwerkzeug genannt, rjmaris) - einmal geöffnet - lässt sich nicht so einfach schließen. Das Eurosystem ist dadurch bereits fragiler geworden und ist Gegenstand zu Destabilisierung.

Zum neuen Programm:
Zitat:Ökonomisch gesehen ist das neue Programm pervers, weil es Griechenland tiefer in die Rezession stürzen wird. Es beinhaltet höhere Steuern, weitere Rentenkürzungen, und automatische Ausgabenkürzungen, wenn fiskale Ziele nicht erreicht werden. Aber es enthält keinerlei Grundlagen für eine Wirtschaftsbelebung oder Wachstum. Die griechische Wirtschaft befindet sich bereits im freien Fall, und strukturelle Reformen alleine werden diese negative Spirale nicht umkehren können.
Die Vereinbarung sieht weiterhin [also unverändert] einen Primärüberschuss von 3,5% vom BIP vor (bis 2018), was der Konjunkturrückgang verstärkt.

Des Weiteren lässt Eichengreen kein gutes Haar am Privatisierungsfonds, weil abzusehen ist, dass Privatisierungen unter einem solchen "Muss"-Druck nur Dumpingpreise heraufbeschwört.

Und wieder einmal wird Deutschland etwas unterstellt:
Zitat:Möglicherweise wird diese Vereinbarung den Grexit von selbst auslösen, sei es, weil die Gläubiger ihre Unterstützung nach Nicht-Erreichen von Zielen einfach einstellen, sei es, weil die Griechen rebellieren werden. Ein Exit, irgendwie ausgelöst, ist offensichtlich das Ziel Deutschlands.



RE: "schwarzer Montag" - PM zu Griechenland - Eric Manneschmidt - 20.07.2015 22:18

Es steht immerhin die Möglichkeit im Raum, dass hier ein paar sehr reiche Leute einfach an das griechische Tafelsilber ran wollen - so wie beim Anschluss der DDR auch ein Haufen krummer Geschäfte zugunsten westlicher Firmen und reicher Privatpersonen gelaufen sind.
Schaut Euch dazu mal die ARTE-Sendung
Macht ohne Kontrolle - Die Troika
vom Februar an:
https://www.youtube.com/watch?v=kRRPi_BaqDA