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Katholische Kirche ringt um ein neues Familienbild - Druckversion

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Katholische Kirche ringt um ein neues Familienbild - Michael M(ittelstädt) - 18.10.2014 14:06

http://www.tagesschau.de/ausland/familiensynode-101.html

Eine meiner Meinung nach hochinteressante Entwicklung. Ich finde Papst Franziscus sehr mutig und beeindruckend. Das Wort "bewundernswert" nutze ich bewusst nicht, weil da Personenkult enthalten wäre, der m.E. immer fehl am Platz ist.

Auszug aus dem Tagesschau-Beitrag:
" Papst Franziskus hat bereits in seinem ersten Lehrschreiben "Evangelii Gaudium" gesagt: "Die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee."

Ich überlege gerade, ob ich das Papst-Zitat  zu meinem Lieblingszitat mache.


RE: Katholische Kirche ringt um ein neues Familienbild - Jürgen Koll - 19.10.2014 13:01

Das Zitat ist interessant. Ich glaube an ein Richtig und Falsch, unabhängig vom Zeitgeist. Das ist nur logisch, wenn man an einen Schöpfergott glaubt. Allerdings stellt sich die Frage, wie dies in die Praxis übersetzt wird. Man denke an das Hohelied der Liebe. Man denke an die Möglichkeit zur Scheidung, die Gott den Israeliten gegeben hat, weil er die Herzenshärte der Menschen kennt. Ich finde die Idee, das Ideal, das Ziel sehr wichtig, man muss sich aber der menschlichen Schwäche bewusst sein, dieses Ideal zu leben. Da kommen Gnade und Barmherzigkeit ins Spiel. Dies muss aber nicht zur Aufgabe oder Relativierung der Idee führen, wohl aber kann über die Umsetzung der Idee gesprochen werden, zumal ja schon Differenzen über die Auslegung der Idee bestehen. Dies alles betrifft den Bereich der Kirche. Von dem losgelöst muss man die staatliche Gesetzgebung sehen. Hier sollten gerade Christen nicht auf die Idee kommen, ihre Idee vom „richtigen“ Leben anderen Menschen aufzudrücken.


RE: Katholische Kirche ringt um ein neues Familienbild - Michael M(ittelstädt) - 19.10.2014 13:42

Zitat:Ich glaube an ein Richtig und Falsch, unabhängig vom Zeitgeist
Für mich ist das Zitat von Papst Franziskus keine Einführung des Mitlaufens mit dem Zeitgeist.

Letztlich kann man fast alles auf die 10 Gebote zurückführen, was zeitlos für ein menschliches Miteinander wichtig und, meiner Meinung nach,  richtig ist.

Trotzdem bleibt die Frage, wie man mit den üblicherweise immer wieder irrenden und fehlerhaften Menschen umgeht. Und da ist mir der Ansatz, den "Sünder"/die "Sünderin" arrogant zu verdammen (also nicht die Tat, sondern den Menschen), zu sehr eine menschenverachtende Durchsetzung einer abstrakten Idee durch Leute (z.B. kirchliche Würden- und Funktionsträger, teilweise auch staatliche Funktionsträger) , die auch nur fehlerhafte und nicht perfekte Menschen sind. Und da greift m.E. das obige Zitat von Papst Franziskus.


RE: Katholische Kirche ringt um ein neues Familienbild - Felix Staratschek - 24.10.2014 13:35

Mir wäre es lieber, die Kirche würde ihre Hausaufgaben machen und an einer Strategie arbeiten, weltweit die Familie gegen die Gender- Ideologie und politische Benachteiligungen zu verteidigen. 

So schrieb bereits DDDDr Joseph Kardinal Höffner (gestorben 1987) in seinem Buch "Christliche Soziallehre":

"Es ist eine unerhörte Zumutung, dass diese neomarxistischen Phrasen in den 1975 von der sozialliberalen Bundesregierung vorgelegten "Bericht zur Lage der Familie" aufgenommen worden sind. 


Die totalitäre Erziehungspraxis der Familie, die in den spätkapitalistischen Produktionsverhältnissen und Herrschaftsbedingungen gründe, müsse, so heißt es in diesen Bericht, durch eine "sozialisationsorientierte" Familienpolitik überwunden werden. 


Die Erziehung der Kinder sei nämlich eine "gesamtgesellschaftliche Aufgabe", deren Wahrnehmung die Gesellschaft "Familien und außerfamilialen pädagogischen Einrichtungen" übertrage. 


Diese ungeheuerliche These, die dem Artikel 6 Abs. 2 des Grundgesetzes widerspricht, übersieht, dass die Gesellschaft nicht übertragen kann, was sie nicht besitzt. Der Erziehungsauftrag steht ursprünglich und unveräußerlich der Familie zu. Er ist nicht staatlicher oder gesellschaftlicher Herkunft."

Und im gleichen Buch:


"Das Oberlandesgericht in Oldenburg (KNA vom 15.2.1977) hat die unbezahlte Arbeitszeit einer Hausfrau (bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 46 Stunden) mit monatlich 1.425 DM berechnet. Der Bundesgerichtshof (am 8.6.1982, VI ZR 314/80) hat festgestellt, dass..... 60 Wochenstunden angemessen sind." 

Noch immer strebt die große Mehrheit die klassische Familie an. Das gilt es zu achten, zu prüfen, woran es scheitert, um dann diesem Wunsch als Querschnittsaufgabe durch alle Bereiche der Politik zu unterstützen. Das gehört zentral in die Bildungspläne und nicht die wechselhaften Orientierungen irgendwelcher Exoten. 

Die katholische Kirche sollte mal ihre Schätze heben, wie die von Johannes Paul II entworfene "Theologie des Leibes".



[url=https://www.youtube.com/results?search_query="Theologie+des+Leibes"]https://www.youtube.com/results?search_query=%22Theologie+des+Leibes%22[/url]


RE: Katholische Kirche ringt um ein neues Familienbild - Ishar - 15.12.2015 17:17

@Felix Staratschek:


Möchten Sie zu «Schule und Bildung» eine kleine neurolinguistische Seelenmassage?

Angriffsziel Schule und Kirche | von Dr. phil. Judith Barben, Psychologin
(erschienen in: Zeit-Fragen, Nr. 25, 11.6.2012)

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=797

[gelöscht - dritter Vorkommnis des gleichen (größeren) Abschnittes am selben Tag - rjmaris]