inoffizielles Themenforum für die ÖDP

Normale Version: PM zu Griechenland
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Ich freue mich, dass zu einem Zeitpunkt, in der das griechische Drama einen Höhepunkt (bzw. Tiefpunkt) erreicht, eine Pressemeldung der Partei veröffentlicht wird.

Die Überschrift zeigt bereits, dass die ÖDP in dieser Angelegenheit zu einer zutreffenden Diagnose gekommen ist:
Zitat:Merkelsche Politik der schwäbischen Hausfrau ist volkswirtschaftlicher Unsinn!

Mit der folgenden Aussage pflichtet die ÖDP in der Person von Christoph Raabs der Diagnose vieler Ökonomen (meist nicht-deutsche Ökonomen, muss man leider sagen) bei.
Zitat:„Die Politik des eisernen Sparens sehe ich dabei als einen der grundlegendsten Fehler an! Man kann krisengeschüttelte Länder auch auf Kosten der Armen kaputt sparen. Genau das ist Merkel, Schäuble und anderen politisch Verantwortlichen in Griechenland über die Jahre erfolgreich gelungen

Gast

Große Mehrheit der Deutschen sind gegen weitere Hilfen für Griechenland

http://www.welt.de/politik/deutschland/a...ilfen.html

Gast

@ Gast: wenn große Mehrheiten für einen Stopp weiterer Hilfen sind, so liegt das u.a. an der Stimmungsmache in BILD, den Sie ja zitieren. Und natürlich auch an der Stammtischrhetorik Schäubles. Nicht zu vergessen die "Schwäbische Hausfrau-Vergleiche" Merkels. Aber da hat Raabs schon das Nötige zu geschrieben.

Schauen Sie sich mal diese 8 Minuten einer Monitor-Sendung an:

http://www.daserste.de/information/polit...a-100.html

Und dann diskutieren wir weiter...

Aus der Zusammenfassung:
Zitat:„Chaotentruppe“, „Mistkerle“, „blankes Entsetzen“: Der Ton gegenüber der griechischen Regierung hat sich in den letzten Tagen noch einmal verschärft und offenbart ein fragwürdiges Demokratieverständnis. Dabei schrecken deutsche und europäische Spitzenpolitiker offenbar nicht davor zurück, sich die Wahrheit über die Verhandlungen mit der griechischen Regierung zurecht zu biegen. Die vorliegenden Verhandlungsdokumente zeigen jetzt: Die Geschichte vom großzügigen Angebot an die griechische Regierung ist ein Märchen. Die Verhandlungen scheiterten auch an der Borniertheit der Kreditgeber.
Mas mich angeht: Ich sehe die Situation ganz anders als die "offizielle" ÖDP =>
http://www.focus.de/politik/deutschland/...03745.html

Sparen um jeden Preis kann grundverkehrt sein (Brüningsche Sparpolitik).
Aber: Investitionen in Griechenland - oder wo auch immer- setzen einen funktionierenden Staat voraus. Man denke nur an die im Endeffekt sinnlosen Entwicklungshilfeprogramme in der Dritten Welt, die eigentlich nichts bewirkt haben.
Wie sagte doch jetzt ein Grieche in einer Fernsehsendung:
Die dortigen Staatsdiener seien mehr oder weniger Kleptomanen, die sich ständig bereichern.
Wäre es nicht angezeigt, in den anderen EU-Ländern mal abstimmen zu lassen, ob wir noch für Griechenland zahlen wollen.
Das wäre doch mal eine Kampagne für die  ÖDP!
Staatsdiener Kleptomanen: Sicher ist da ein großes Problem. Aber, das betrifft Altlasten, die man nicht 1-2-3 beseitigen kann. Nun wird auch gemunkelt, dass Syriza im großen Stil eigene Leute in allen möglichen Position einsetzt ("Klientelpolitik"). Nur: irgendwie müssen die Alten auch abgelöst werden. Weil es sonst schwer wird, mit den nötigen Änderungen. Auf Zeitonline fand ich ein sehr treffendes Leserkommentar (Redaktionsempfehlung), woraus ich zitiere:
Zitat:Was haben denn 5 Jahre "Rettungspolitik" gebracht.
5 Jahre Arbeitslosigkeit in Rekordhöhen (man stelle sich vor was hier los wäre, wenn wir 10 Mio Arbeitslose hätten), Lohneinbußen, Rentenkürzungen, Steuererhöhungen - das alles haben die Griechen bis heute relativ gelassen ertragen, weil es in gewissem Maße notwendig war.
Aber eine Perspektive ist nicht in Sicht - weiter so auf dem guten Weg, bis.. ja bis wann?
Und die Korruption- und Klientelwirtschaft, die Ineffizienz eines Staatsapparates, der sich selbst genügt, der ist nie ernstlich von Tsipras Vorgängern angegangen worden!
Ich bin auch enttäuscht, gerade in dieser Hinsicht hätte Tsipras mehr machen sollen (in 5 Monaten kaum mehr als Symbolpolitik, aber immerhin), aber einfach ist das nicht.

Man sollte nicht vergessen, daß bis gestern die neuen griechischen Syriza-Minister gegen ihre eigene Verwaltung regiert hat, die in großen Teilen von Günstlingen der alten Nomenklatura durchsetzt ist und darauf warteten, daß Tsipras scheitert und danach alles weiter geht wie zuvor.
Es ist schwierig für einen Finanzminister (egal wie er heißt) Steuerrückstände einzutreiben, wenn der Unterbau der Finanzverwaltung größzügig Stundungen für ihre "guten Freunde" gewährt und vom Mittelbau gedeckt wird.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-07/gr...e#comments
Was ich mich immer frage: Wäre ein Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten nicht besser? Ein Nordeuropa mit Euro und ein Südeuropa in einem separaten Zusammenschluss mit einer gemeinsamen "schwächeren" Währung? Hätte dieses Südeuropa da nicht eher Standortvorteile als jetzt? Gibt es keine Möglichkeiten den Binnenmarkt in Griechenland anzukurbeln ohne das Geld in erster Linie an die Banken zu schicken? Eine europäische Entwicklungsbank für Südeuropa- hier könnten wir im Norden gerne mithelfen- die Not vieler Griechen steht ja außer Zweifel.
Auch wenn Wahlplakate keine allzu großen Inhalte transportieren,
in dem folgenden Wahlplakat - leider nicht von der ÖDP, die war da mal wieder viel zu blöde,steckt doch ein Körnchen Wahrheit

[Bild: 7-eurokrise.png?w=555&h=]

jemand anderes

Das "Körnchen Wahrheit" ist jedenfalls nicht "Deutschen zahlen!"
(mithin ausgesprochen intelligent von der ÖDP, solche Plakate nicht aufzuhängen)

https://www.youtube.com/watch?v=ktqKNu4N9Ds

Möglichkeiten um einen Binnenmarkt anzukurbeln sind hier schon diskutiert worden.
Eine verfahrene Situation. Die von Arno angesprochenen Defizite im griechischen Staatswesen sind sehr problematisch. Aber diese müssen beseitigt werden, wenn finanzielle Hilfen nicht vergeudet werden sollen. Ein Problem ist auch, dass die griechische Wirtschaft schwach entwickelt ist. Ich hörte mal einen Griechen in einer Sendung sagen, dass es Wahnsinn gewesen sei, Griechenland so viele Kredite zu geben. Sie könnten ja nicht mal Fahrräder bauen. Von daher muss man auch die ganze Erweiterungspolitik der EU sehr kritisch sehen. Da wurde viel zu schnell zu viel gemacht. Und jetzt sitzt man, das Bild stammt von Broder, auf einem Fahrrad, das umkippen würde, wenn man es anhält. Also tritt man schneller. Aber vielleicht ist ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende? Soll heißen: Staatspleite, neue Währung, Schuldenschnitt, Hilfen für die griechische Bevölkerung (z.B. Medikamente), Aufbau eines funktionierenden Staatsapparats, gezielte Wirtschaftshilfe. Aber man will wohl das Prestigeprojet Euro nicht scheitern lassen...
(15.07.2015 18:03)Jürgen Koll schrieb: [ -> ]Ich hörte mal einen Griechen in einer Sendung sagen, dass es Wahnsinn gewesen sei, Griechenland so viele Kredite zu geben.

Das ein "stinknormaler" Grieche so etwas sagt, zeigt schön auf, dass die Bevölkerung nichts dafür kann. Das ist übrigens auch ein Grund, die Lasten der Krise eben nicht der Bevölkerung aufzuerlegen. Das kann man höchstens machen nach dem Motto: "das Volk verdient die Regierung, die es gewählt hat".
Aber... ein Großteil der damaligen Krediten aus Deutschland und Frankreich floss an die Privatwirtschaft.

Und dann komme ich auf das "so viele Kredite zu geben". Dieser Satzteil deutet bereits an, dass Geldgeber blind für die Risiken gewesen sind. Dumm nur, dass Europa seit 2010 beschlossen hatte, diesen dummen privaten Gläubigern (abgesehen vom 2012-er Haircut) einfach deren faulen Krediten zu übernehmen. Der Großteil der "Hilfsgelder" floss einfach in diese Bankenrettung.
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