inoffizielles Themenforum für die ÖDP

Normale Version: Verschläft Rot- Grün in NRW die Verkerhswende Bsp.: A1-Rheinbrücke
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Petition an den Bundestag und den Landtag NRW
Anregung an die Städte Köln und Leverkusen nach Gemeindeordung § 24 zur Beratung im Rat oder Hauptausschuss sowie dem Verkehrsausschuss

Nun steht es fest, bei Leverkusen wird eine neue Autobahnbrücke gebaut. Über 4 Spuren pro Richtung soll künftig  der Verkehr fließen. De Fakto werden 2 neue Brücken gebaut. Von 2017 bis 2020 soll die erste Brücke neben die alte Brücke gebaut werden. Dann soll die alte Brücke abgerissen werden und noch einmal das gleiche Bauwerk daneben gestellt werden. Ab 2023 werden dann 8 Fahrspuren über den Rhein verlaufen. 

Von einer Verkehrswende ist hier keine Spur.  Statt heute 6 Spuren (3 pro Richtung) auf 8 Spuren soll die Verkehrsfläche zunehmen. Das macht aber eigentlich nur Sinn, wenn auch im Umfeld der Brücke die Autobahn A1 um zwei Fahrbahnen erweitert wird. Statt weiter den Straßenverkehr zu forcieren, sollten die dafür notwendigen Mittel besser in die Schaffung neuer Kapazitäten im ÖPNV investiert werden.

Bereits im Januar 2013 wendete ich mich (vor meinem Ausschluss aus der ÖDP 2014) als verkehrspolitischer Sprecher der ÖDP Bergisches Land in einem offenen Brief an die Mitglieder des Landtages in Düsseldorf und schlug vor, über die neue Autobahnrheinbrücke die Stadtbahnlinie 12 der KVB um ca. 2 km bis nach Leverkusen zu verlängern. 

Dank der Piratenpartei wurde das Thema 2013 sogar im NRW- Landtag diskutiert. Aber bis auf die Piratenpartei haben alle Fraktionen nicht erkannt, welche einmalige verkehrspolitische Chance sich hier öffnet. Deshalb will ich mit dieser Petition hier noch einmal die Gründe liefern, warum diese Strecke wichtig ist. 

Aber es ist noch nicht zu spät, die neue Rheinquerung für die Kölner Straßenbahn zu schaffen. Denn es reicht aus, über den Rhein eine eingleisige Strecke zu verlegen. Das gibt es auch im S- Bahn- Netz, das Streckenabschnitte eingleisig sind (z.B. S 8 von Schwelm nach Gevelsberg), die zum Teil länger sind, als eine Rheinbrücke.


15 Fakten, die für die Straßenbahn bzw. Stadtbahn sprechen:

I. Im Berufsverkehr sind die meisten Nahverkehrslinien propevoll. Eine weitere Verlagerung von Straßenverkehr auf den ÖPNV ist nur durch einen Ausbau des ÖPNV möglich. 

II. Eine kurze Straßenbahnverlängerung schafft einen enormen Nutzen, da mit Leverkusen eine Großstadt und einige ihrer Bahnhöfe (Umsteigen aus Richtung Düsseldorf, Solingen und Wuppertal) an das Stadtbahnnetz angebunden werden.

III. Es gibt u.a. in Karlsruhe, Wildbad, Wörth, Heilbronn, Chemnitz,Nordhausen, Saarbrücken, Kassel und sehr vielen französischen Städten zahlreiche Beispiele, wie erfolgreich ein Neubau der Straßenbahnen ist. (Siehe z.B. das Youtubevideo: Straßenbahn Zukunft der Städte Teil 3)

IV. Die Straßenbahn benötigt zwischen Leverkusen Mitte  und Köln Hbf gut 10 Minuten mehr, als die Eisenbahn. Aber zu vielen anderen Zielen im Kölner KVB- Netz wird die Reisezeit kürzer, weil man entweder das Ziel mit der Linie 12 umsteigefrei und Umwegefrei erreicht oder weil man von der Linie 12 zahlreiche weitere Umsteigepunkte zu anderen Straßenbahnlinien direkt erreicht oder weil man in Leverkusen schneller in der Stadtbahn als in der S- Bahn ist. 

V. Die Linie 12 ist eine Pendlerlinie. Sie erschließt ein großes Industriegebiet im Kölner Norden, was zu besonders ausgeprägten Verkehrsspitzen und Schwachlastzeiten führt. Das heißt, wenn die Kölner morgens vor allem nach Norden fahren, würden Fahrgäste aus Leverkusen vor allem Bahnen füllen, die heute recht leer in Richtung Kölner Zentrum fahren. Außerhalb der Schichtwechselzeiten dürfte die Auslastung der Bahnen eher schwach sein, so dass weitere Fahrgäste aus Leverkusen hier sehr gut verkraftet werden können.

VI. Zwischen Düsseldorf und Köln Mülheim gibt es keinen ÖPNV, der den Rhein überquert. Auf der Kölner Seite kann die Linie mit mehreren Buslinien in den Kölner Norden und Richtung Chorweiler und Dormagen verknüpft werden, so dass der ganze regionale ÖPNV von der Anbindung Leverkusens an das Stadtbahnnetz profitiert. Damit werden große Industriezonen und Großstädte optimal verbunden (Bayer Leverkusen, Bayer Dormagen, Ford- Werke, u.a.). 

VII. Arbeitsplätze, die Luftlinie nur 2 km von Leverkusen entfernt sind (Kölner Industriegebiet mit Fordwerken) oder weiter im Norden liegen (Bayer Dormagen), können heute per ÖPNV nur durch einen 20 km langen Umweg über Köln Mülheim erreicht werden mit zweimaligen Umsteigen. Das ist im Vergleich zur kurzen Straßenverbindung über die Autobahnbrücke so unattraktiv, dass der ÖPNV heute hier nicht die Potentiale erschließen kann, die jeder gute ÖPNV hat. Das Fehlen der kurzen Straßenbahnverbindung von Köln Merkenich nach Leverkusen fördert daher massiv das Verkehrsaufkommen auf der Straße und ist mitverantwortlich für die zahlreichen Verkehrsstaus auf dem Kölner Autobahnring und vielen Stadtstraßen, auf denen der Ziel- und Quellverkehr der Brückennutzer stattfindet.

VII. Berufspendler bis aus Düsseldorf können in Leverkusen von der S- Bahn und künftig dem RRX in die Stadtbahn wechseln. 

IX. Der Remscheider Bürgermeister Burkard Mast Weisz beklagt in der Bergischen Morgenpost vom 14. März 2015, das Remscheid zu schlecht an Köln angebunden wäre. Auch dass ließe sich nach der Schaffung einer neuen Stadtbahnquerung über den Rhein verbessern, da man die Linie 12 von Leverkusen über die Balkantrasse und den Müngstener bis zum Friedrich Ebert Platz in Remscheid verlängern könnte. Burscheid und Wermelskirchen würden an diese Stadtbahn direkt angebunden, Radevormwald und Hückeswagen würden über Zubringerbusse davon sehr profitieren. So könnte einige 1000 PKW täglich von der A1 auf den ÖPNV verlagert werden. Und der Großraum um Remscheid könnte davon profitieren, dass von den Facharbeitern aus dem Großraum Köln auch die bergischen Unternehmen profitieren, während es den Menschen aus dem Bergischen Land leichter wird, Arbeitsplätze an der Rheinschiene ohne PKW zu erreichen.   

X. Der Fahrradweg auf der Balkantrasse ist kein Grund gegen die Reaktivierung der Eisenbahn als Stadtbahn. Im Gegenteil, der Radweg hat ja die Hauptaufgabe das Trassenband für die Reaktivierung frei zu halten. Ab 2023 könnte mit dem Wiederaufbau der Bahn begonnen werden, wenn die Stadtbahn über  die neue Rheinbrücke Leverkusen erreicht hat. 

XI. Da die neue Autobahnbrücke in zwei eigenständigen Teilen nacheinander gebaut wird, kann man die Zeit bis 2020 nutzen, die zweite Brücke so umzuplanen, dass diese mit einem Stadtbahngleis realisiert wird und ab 2020 auch die Zulaufstrecke und die Weiterführung durch Leverkusen zu verwirklichen.

XII. Da hier durch Synergieeffekte viele Kosten gespart werden können, indem man alles in einer Baumaßnahme durchführt, ist dieses Projekt als außerordentliches Vorrangprojekt jetzt vor allen anderen vorzuziehen. Die ÖPNV- Querung über den Rhein ist dringend notwendig und wird nie wieder zu so günstigen Konditionen realisierbar sein. 

XIII. Das Ende des Öl- Zeitalters naht. Und der Wohlstand kann nur gehalten werden, wenn wir sehr energieeffizient leben und arbeiten. Vermeidbare Energieverschwendung im Verkehr belastet die Umwelt und mindert Zukunftspotentiale. Die Straßenbahn gehört zu den engerieeffizientesten motorisierten Verkehrsmitteln und ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer sinnvollen Elektromobiolität. Ein Verzicht auf diese einmalige Chance zum preiswerten ÖPNV- Ausbau wird für viele künftige Generationen ökologisch und ökonomisch negative Folgen haben.

XIV. Das Ausbaupotential geht weit über Leverkusen hinaus, indem die Stadtbahnlinien über bestehende Güterbahngleise bis Hilden oder gar Ratingen und Duisburg oder über die Balkantrasse bis Remscheid verlängert werden können und zwischen dem Bergischen Land und der Rheinaue ein ÖPNV in höchster Qualität entsteht.   

XV. Ein Busverkehr auf der Autobahnbrücke würde nicht das bringen, was die Stadtbahn schafft.
---Die Bahn fährt auf eigener Trasse und ist daher nicht anfällig für Staus. Verspätungen liegen durch die Eingleisigkeit maximal im Minutennbereich, wenn ausnahmsweise mal 2 Bahnen gleichzeitig die Brücke erreichen. Anschlüsse können so geplant werden, dass dies die Reisekette nicht gefährdet.
---Beim Bus wäre ein Umsteigen in die Linie 12 in Merkenich nötig, was Zeit benötigt und die Attraktivität der Verbindung senkt.
---Beim Bus ist die Anschlusssicherheit zu gering, da dieser bei Stau nicht vom Fleck kommt.
---Der Bus wird auf der A 1 nicht die gleiche Entlastung durch vermiedene PKW- Fahrten schaffen, die die Stadtbahn hervorrufen würde.

Bitte sorgen Sie dafür, dass diese einmalige Chance einer sinnvollen ÖPNV- Förderung, die für die ganze Region durch neue Umsteigemöglichkeiten von großer Bedeutung ist, jetzt realisiert werden kann. Diese Stadtbahn ist keine Sache, die nur Leverkusen angeht, sondern das Gemeinwohl der ganzen Region fördert. Zahlreiche Stadtbahnprojekte in Frankreich und Deutschland beweisen, dass es geht und der Erfolg sicher ist. Die zweite Autobahnbrücke darf nicht ohne Stadtbahngleis gebaut werden. Mit dieser Petition bitte ich Sie, der neuen ÖPNV- Verbindung nun in einer besonders schnellen Planung den Weg politisch zu ebnen.

Anhang: 
Weitere Texte und Quellen zum Thema


Offener Brief vom 3. Januar 2013 an die Mitglieder des NRW- Landtages:
http://viertuerme.blogspot.de/2013/01/of...r-des.html 


15. November 2013:  Eine Stadtbahn auf der A 1 Rheinbrücke Leverkusen - Köln? Protokoll der von mir ausgelösten Landtagsdebatte:
http://viertuerme.blogspot.de/2013/11/ei...rucke.html 


17. November 2013: Fragen an Landespolitiker der CDU und Piratenpartei zum Stadtbahnvorschlag für Leverkusen
http://viertuerme.blogspot.de/2013/11/zu...r-von.html
Ist das eine Petition, die man auch unterschreiben kann? Wenn ja, wo? Gibt es einen Link? Wenn nein, was ist das dann für eine Art Petition?
Wie die e- Petition beim Bundestag geht, habe ich noch nicht raus. Diese Petition ist klassisch per Brief an die Adressaten gegangen.

Geschrieben war der Text zuerst als Mail an alle MdL und MdB aus NRW sowie meine kommunalpolitischen Verteiler für Politiker an der Balkanstrecke Köln - Leverkusen - Burscheid - Wermelskirchen - Remscheid (den ich aber ich nicht auf den Stand nach der letzten Kommunalwahl 2014 gebracht habe). 

Damit es aber nicht in den einzelnen Ablagen verschwindet, habe ich den Brief  dann in diese Petition / Bürgeranregung umgearbeitet. 

Der Brief ist auch im Viertürmeblog und ich habe diesen auf Facebookseiten von Parteien (SPD, CDU, FDP, Grüne, Piraten, Linke, Freie Wähler, Familienpartei, ÖDP, AUF, PBC) aus NRW, zu diversen Verkehrsthemen (Verkehrsplanung, Stadtplanung, Landesentwicklung, Verkehrsforschung, Infrastruktur, Verkehrswesen.......), ÖPNV- und Eisenbahn- Gruppen sowie aus Leverkusen, Köln und Nachbargemeinden verlinkt, wo sich die Seitenbetreiber für das Thema interessieren könnten.

Die Petition werde ich erst in einigen Tagen auf den Blog stellen, damit die mehr Abstand zu dem ähnlichen Brief hat.

Per Mail wurde die Petition an zahlreiche Medien versandt sowie VCD, ADAC, Pro Bahn und Co, oft an Bundesverbands- und Regionaladressen.

Öko-FJS

In NRW wird an einem neuen Nahverkehrsplan gearbeitet und jeder kann was einbringen: http://www.mbwsv.nrw.de/verkehr/Oeffentl.../index.php
Referenz-URLs