inoffizielles Themenforum für die ÖDP

Normale Version: Neu 2015: Streckenüberwachung
Sie sehen gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Die ganz neuen Blitzer werden erstmals im kommenden Jahr getestet. Man überwacht einfach die gesamte Fahrstrecke. Das Auto wird zu Fahrtbeginn registriert und dann misst man wan viele Kilometer später ein Punkt erreicht wurde und errechnet dann das Durchschnittstempo. War es zu hoch, wird geblitzt.
Abgesehen vom Anfangsverdacht für jeden Autofahrer dient dies nun nicht mehr dem Schutz eines besonders gefährlichen,kurzen Streckenabschnitts und auch nicht der Unfallvermeidung durch Geschwindigkeitsbegrenzungen, sondern ausschließlich der ABZOCKE der Autofahrer.
Würde man wirklich das Tempo regulieren wollen, wäre es heutzutage ein einfaches ein Navigationsgerät mit einem Tempomaten zu koppeln und damit die mögliche Höchstgeschwindigkeit auf einer Strecke einfach elektronisch fest zu legen. Blitzer wären damit völlig überflüssig, da niemand mehr die Geschwindigkeit überschreiten könnte und die Verkehrssicherheit wäre auch gewährleistet, denn niemand fährt mehr zu schnell. Viele Menschen müßten nicht mehr auf den Straßen sterben, aber und darum geht es ja gar nicht. In Wirklichkeit ist nur das wichtig: Man könnte die Autofahrer auch nicht mehr mit Blitzern abzocken.
Hm, diese Methode ist mir neu. Aber ich halte sie nicht für schlecht. Ist es doch so, dass man heute vor Radargeräten bremst, und dann wieder beschleunigt. Das System ist vollends wirkungslos durch die Verbreitung von Warnsystemen ins Auto. Da ist es nicht mehr als logisch, dass der Gesetzgeber dem den Kampf ansagt, nach dem Motto eines Wettstreites der Technologien.

Das neue System hat aber seine Tücken. Wer eine stark befahrene Strecke fährt, fährt u.U. langsamer. Auf einer weiteren (ruhigen) Teilstrecke kann er also richtig Tempo machen, und ggf. selbst die Durchschnittgeschwindigkeit überwachen.

Das mit dem Tempomaten halte ich für wenig hilfreich. Es muss immer möglich bleiben, für Überholmanöver etwas schneller zu fahren.
Technisch halte ich diese Idee auch für gut. Aus Datenschutzgründen habe ich jedoch Probleme damit: Damit wird Infrastruktur benötigt, die (wenigstens für kurze Zeit) Kfz-Kennzeichen, Ort und Zeit gemeinsam speichern muss. Die Erfahrung hat gelehrt, dass solche Daten in naher Zukunft von den Geheimdiensten missbraucht (werden) oder auch von Ermittlungsbehörden, um kleine Vergehen zu verfolgen. Das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung wird also bestimmt wieder massiv verletzt.


Die Zwangskopplung von Tempomat und Navi (oder einem anderen System, das die Höchstgeschwindigkeit erkennt) birgt auch einige Probleme:
1. Wie wird sichergestellt, dass die Erkennung der Höchstgeschwindigkeit zuverlässig funktioniert?
2. In einigen Situationen ist es explizit erlaubt, schneller zu fahren. Dies trifft z.B. auf Polizei und Rettungsdienste zu, aber auch auf freiwillige Privatpersonen, die mit einem beliebigen Auto zu einem Einsatz eines Rettungsdienstes unterwegs sind. Theoretisch darf (jedenfalls in Bayern) jedes Mitglied der freiwilligen Feuerwehr beliebige Autofahrer anhalten und sich von diesem zu „seinem“ Feuerwehrhaus fahren lassen oder selbst mit dem fremden Auto dorthin fahren. Für ärztliche Bereitschaftsdienste dürften ähnliche Regelungen gelten.

Außerdem gibt es bestimmt einige Leute, die sich dann beschweren, der Staat würde unnötig viel regulieren („Regulierungswut“, „Ökofaschismus“).
Guten Morgen allerseits,

zum Thema dieses Blogs hätte ich anzumerken, dass die angesprochene Art der Überwachung auf italienischen Autobahnen bereits länger durchgeführt wird. Beginn und Ende der überwachten Strecke werden angezeigt.
Wenn dies in Deutschland auch so gehandhabt würde, hätte ich erstmal grundsätzlich kein Problem damit. Es dürften natürlich keinerlei Daten gespeichert werden, von denjenigen, die sich an die Geschwindigkeit gehalten haben. Im großen und ganzen sollte sich am bestehenden Datenschutz nicht viel ändern, denke ich, im Vergleich zum "herkömmlichen" Blitzen. 
Als berufsbedingter Vielfahrer rege ich mich über Blitzen an Stellen ohne jegliches Gefährdungspotential immer wieder (natürlich vergeblich) auf. Erst vor Wochen wurde nachts an einer Gemeindeverbindungsstraße geblitzt, wo auf 60km bei einer Einfahrt zur Sandgrube begrenzt ist. Dort arbeitet nachts natürlich niemand, aber ist ja egal. Zu Abzocken reichts allemal noch aus.
Aber politisch ist da wohl kaum was draus zu machen, weshalb ich mich aus diesem Thread hiermit wieder zurückziehe.
Gruß
Christoph
Der Überwachungsstaat zieht seine Schlinge immer enger! Es ginge ganz leicht mit einer Inflation an klassischen Starenkästen, möglichst hinter jedem Verkehrsschild. Dann fahren alle langsam, weil keiner weiß, welcher Kasten gerade scharf ist. Aber wer mit Handy und Navi fährt hinterlässt eh seine Spur. Und die PKW- Maut bringt ja gemessen an den Kosten auch zu wenig Einnahmen. Wenn da nicht auch ganz andere Gründe hinter stehen. 

Und wer es nicht glaubt, es wird auch die Abschaffung des Bargeldes diskutiert und beim ÖPNV kommen Chipkarten immer mehr in Mode, die man bei jedem Einsteigen vor ein Lesegerät halten soll. Und auch mein Tablet ohne Funk- Internet zeigt mir an, wo ich ein Foto gemacht habe. Das Gerät ist also vernetzt, ohne dass ich außerhalb der Wohnung oder Fraktionsräume einen Internetzugang habe.

Es wird immer wahrer:

Big Brother is watching us!
@Christoph R.: Leider hat man in der Vergangenheit gesehen, dass diese Mittel von passenden Politikern (meist CSU) missbraucht werden. So auch die Daten von den LKW-Maut-Brücken – diese werden bereits gesammelt, um Bewegungsprofile zu erstellen.

@Felix: Leider ja. Es gibt zu viel Überwachung.
Referenz-URLs