inoffizielles Themenforum für die ÖDP

Normale Version: Scheitert der Euro?
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(16.06.2014 11:49)ohnebadeschaum schrieb: [ -> ]Als ökologische, und eurokritsiche ödp gibt es die Chance in der Kombination Alleinstellungsmerkmale herauszubilden. 

Doch innerhalb dieser [eurogrünen] Fraktion? Sehr schwierig.

Grund dazu gibt es mehr denn je:

http://www.wallstreet-online.de/nachrich...-scheitern

Ich habe dieser Artikel nun gelesen. Wie so oft sind Leute, die solche Texte schreiben in "Personalunion" welche, die "ihr Vermögen" retten wollen, und daran natürlich gut verdienen. Nun, am Beispiel Greenpeace kann man sehen, was passieren kann, wenn irgendwelche Mitarbeiter (von Greenpeace) auf Euro-apokalyptische Töne reinfallen. Aber zurück zu Weik & Friedrich.

Generell ist es so, dass es tatsächlich 5 vor 12 ist. Das kann man unter anderem daran ablesen, dass die Vermögensungleichheit weltweit etwa auf dem gleichen Level angelangt ist wie vor den beiden Weltkriegen.
Der Euro hat selbstverständlich nur minimal damit zu tun. Die Eurokrise ist aber durchaus gut geeignet, vom eigentlichen Kern der Probleme abzulenken. Den Banken und anderen "Stakeholder" ist es gut gelungen, die Eurokrise als reiner Staatsschuldenkrise darstellen zu lassen. Wenn daraufhin Sparprogramme als Lösung präsentiert werden, ist das (wieder einmal!) ein neoliberaler Trick, den Leuten dazu zu bewegen, dies alles zu akzeptieren. Man sieht ja, dass in Spanien und Griechenland zwar protestiert wird, aber richtig explosiv ist es noch nie gewesen, bislang jedenfalls. Das ständige Predigen von Alternativlosigkeit resigniert Menschen.

Einige Anmerkungen zum oben verlinkten Interview:

Zitat:Betrachtet man die wirtschaftliche Situation in Südeuropa ist dort seit 2012 alles schlechter geworden (höhere Arbeitslosigkeit, höhere Staatsverschuldung und eine Industrieproduktion im Sinkflug).
Und was ist daran schuld? Die Austeritätspolitik, kombiniert mit dem Unwillen der Deutschen, vorübergehend mehr Inflation zuzulassen. Und wer hat die Austeritätspolitik durchgesetzt?

Zitat:Ferner können wir uns nicht vorstellen, dass die EZB die Kreditvergabe ankurbeln kann.
Natürlich nicht, das ist schon richtig. Denn wenn Unternehmer aufgrund von massiven Nachfrageschwächen keine Lust haben, zu investieren, werden sie auch keine Kredite aufnehmen, egal wie billig sie sind. Und die Nachfrageschwächen sind da, weil die Masse der Leute immer weniger Geld hat. Es ist nicht von ungefähr, dass die Leute vom Weltwirtschaftsforum Davos seit Jahren Ungleichheiten thematisieren, weil man endlich versteht, dass die Ungleichheit an ein Limit stößt, und die Teilnehmer der jährlichen Konferenz unmittelbar schadet.

Zitat:Herr Draghi dient nicht den Menschen sondern vor allem seinen ehemaligen Kollegen.
Man muss allerdings deutlich herausstellen, dass die EZB unter den wichtigen Notenbanken der Welt (Fed, BoE, BoJ) die Märkte am Wenigsten mit Geld geflutet hat.
Da wäre noch die Frage, um was für Vermögen es sich handelt? Geld kann verbrennen, aber viele Aktien sowie Rohstoffe und Land werden die nächste Krise überstehen. Und sofern Unternehmen überleben, können auch stark gefallene Aktienkurse wieder steigen, während Geld weg ist.

Könnte die aktuelle Politik auch dazu dienen, den Reichen die Chance zu geben, große Teile ihres Geldvermögens in andere Vermögensarten zu überführen, während der Wert unserer mühsam ersparten 1.000 bis 10.000 Euro pfutsch ist?
Gute Frage! Ich habe die Unterscheidung erst mal vernachlässigt. Aber zunächst eine kleine Korrektur: Geld ist nie weg. Geld wechselt nur den Besitzer. "Weg" ist Geld nur dann, wenn irgendein Kreditnehmer Geld entgegengenommen hat, um den Kredit zu tilgen (sofern es ein Bankkredit betrifft - Kredite sind ja veräußerbar, so entsteht eine Kreditkette).
Wenn von Vermögensungleichheit (in der Welt) die Rede ist, spielt Geldvermögensungleichheit die wesentliche Rolle, weil Geldvermögen immanent Schulden als "Gegenpart" hat. Sachvermögen sind einfach "da", und stellen "bloß" ein möglicher Machtfaktor da. Geldvermögen aber in stärkerem Sinne. Und wer sich auf Wikipedia Geldvermögen Grafiken anschaut, sieht, dass Geldvermögen ein sehr großer Teil ausmachen.

Das hier geht ein wenig am Thema vorbei, aber ein Link im Wikipedia Artikel, und zwar auf einem Beitrag in der Standard ("Der Rechenfehler der Schuldenbremser"), bringt mich wieder auf die Spur des Themas. Denn der Herr Professor weist einen Lösungsweg aus der Ungleichheitsproblematik auf, der sogar historische Vorbilder hat: In den USA waren Nachkriegsspitzensteuersätze teilweise über 70% gewesen.
Wenn wir uns in Europa solche Lösungsansätze widmen würden, wäre der Teil "Staatsschuldenkrise" schnell weg.

Das ist natürlich das Gegenteil dessen, was ich hier noch mal zitiere:
Zitat:Könnte die aktuelle Politik auch dazu dienen, den Reichen die Chance zu geben, große Teile ihres Geldvermögens in andere Vermögensarten zu überführen, während der Wert unserer mühsam ersparten 1.000 bis 10.000 Euro pfutsch ist?

Andere Vermögensarten wären denkbar, aber man darf nicht vergessen, dass das damit verbundene Geld nur den Besitzer wechselt, wie der genannte Artikel in der Standard an Hand eines Hauserwerb-Beispieles zeigt. Es geht kein Weg daran vorbei: Geldvermögen muss auf ein "normales" Maß abgebaut werden. Und was der Artikel auch deutlich macht: Politiker sind taub für die Geldvermögensseite des Problems. Wobei man natürlich unterstellen darf: die Vermögenden haben kein Interesse daran, dass in der Breite herausgestellt wird, dass das mit den Schulden zu tun hat.

Das mit dem kleinen Ersparten: da ist leider etwas dran. Aber nicht etwa pfutsch! Alles Weitere dazu findet sich in anderen Beiträgen im Themenbereich Arbeit/Wirtschaft.
Wenn man sich die Charts Euro Dollar oder noch deutlicher Euro australischer Dollar ansieht, verliert der Euro sehr wohl an Wert.

Und das nützt der deutschen exportabhängigen Wirtschaft. Und die läuft trotz Nachfrageschwäche innerhalb Europas. Die wird da geradezu bewusst in Kauf genommen. Und minamale Verbesserungen in Greichenland gegenüber dem Tiefstpunkt wird den Leuten schon als Bestätigung der Sparpolitik verkauft.
Ausserdem dienen die schwachen Länder als Vorwand Banken weiter mit billigstem Geld zu fluten. Das wird aber nicht an den Mittelstand weitergegeben auch wenn er es braucht. Das läuft dann über Anleihen siehe Beispiel:

http://www.bondguide.de/topnews/beate-uh...he-kommen/

An Australien sieht man dagegen, wie es läuft, wenn eine Währung auch nur ein wettbewerbstypisches Land wiederspiegeln muss: Wirtschaft läuft rund trotz höherer Zinsen.

Wie die Medien, die Eurokrise ignorieren und schönbeten, konnte ich gestern wieder vom Chefrdakteur des Stern im aktuellen Stern lesen. Er äußert sich zur AfD und meint

die Eurokrise sei überwunden.

Das sehen 7% der Bundesbürger offenbar deutlich anders. Und er vergleicht die AfD mit den Republikanern, die auch gescheitert sind. Das war dann in wenigen Zeilen schon die nächste grobe Fehleinschätzung. So viel Dummheit hetzt dann auch in einer Talkshow aggressiv gegen Sarah Wagenknecht:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten....-blamiert/
Die Exportwirtschaft brummt, aber es wird nicht in guter Währung bezahlt, sondern in Target- Salden mit Forderungen. Es fließt zwar Geld in die Unternehmen, aber eben keins von einen Land mit Handelsdefizit nach Deutschland. Die Bundesbank bekommt einen Anspruch auf eine Schuld, die nie wird beglichen werden. https://www.youtube.com/watch?v=Lg6PgUfN1u8

Gast

Bei der AfD läuft zur Zeit eine Online-Petition. Hier einmal die Sichtweise der Euro-Kritiker:

http://www.ja-zur-alternative.de/fakten-...chenland-2


Interessantes Interview von Heiner Flassbeck, ehemaliger Staatssekretär im Finanzministerium. Er prognostiziert ein mögliches Endes des Euro 2017, falls die Krise nicht gemanagt wird und der Front National unter Marie LePen die Präsidentschaftswahl im Oktober 2017 in Frankreich gewinnt:

http://www.deutschlandfunk.de/griechenla..._id=325627
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